
Kambodscha Minensuch-Ratte Ronin bricht Rekord
Minen zu suchen und im besten Fall aufzuspüren ist schwierig und extrem gefährlich. Wegen ihres ausgeprägten Geruchssinns sind Ratten dabei eine große Hilfe. Minensucher Ronin hat nun einen Rekord gebrochen.
Die Minensuch-Ratte Ronin aus Kambodscha kommt für ihre unglaubliche Spürnase ins Guinness-Buch der Rekorde. Der fünjährige Nager hat seit Beginn seines Einsatzes vor dreieinhalb Jahren 109 Landminen und 15 nicht explodierte Kampfmittel aufgespürt. Mehr als jede Ratte zuvor im Einsatz der Hilfsorganisation Apopo. Dies unterstreiche die entscheidende Rolle der sogenannten HeroRats - also "Helden-Ratten" - bei der humanitären Minenräumung, hieß es von der belgischen Organisation .
Die trainierten Ratten können Minen viel schneller aufspüren als ein Metalldetektor. Weltweit sind nach Angaben von Apopo mehr als 300 der Tiere auf verschiedenen Arten im Einsatz. Sie helfen dabei, Sprengkörper zu finden, bevor sie Menschen verletzen oder töten.

Ratte Ronin bei der Suche nach Landminen im Norden Kambodschas
Wie werden die tierischen Minensucher trainiert?
Ronin wurde in Morogoro im ostafrikanischen Tansania im Apopo-Trainingszentrum geboren. Schon in jungen Jahren wurde er mit einer Art Belohnungssystem vertraut gemacht, bei dem die Tiere dazu motiviert werden, den Geruch von Sprengstoff genau zu identifizieren.
Zum Training gehört das systematische Arbeiten an einer Leine innerhalb eines Rasters. Landminen werden durch Kratzen am Boden angezeigt. Ronin sei nicht nur eine große Bereicherung für die Organisation, sondern "ein geschätzter Partner und Kollege", sagte Rattenführerin Phanny.
Apopo achte darauf, dass die Nager täglich nur 30 Minuten in den kühlen Morgenstunden arbeiten. Den restlichen Tag dürfen sie sich ausruhen, spielen und ihre natürlichen Verhaltensweisen ausleben.

Die inzwischen verstorbene Ratte Magawa hat einen britischen Tierorden bekommen, weil sie gefährliche Minen im Boden aufspürte.
Ronin übertrifft berühmten Magawa
Ronin hat mit seiner Leistung sogar die berühmte Minensuch-Ratte Magawa übertroffen: Das im Januar 2022 gestorbene Tier hatte in seiner Karriere 71 Landminen und 38 nicht explodierte Kampfmittel erschnuppert.
Für seine lebensrettende Arbeit hatte Magawa 2020 als erste Ratte überhaupt den höchsten britischen Tierorden erhalten. Die Auszeichnung kam von Großbritanniens führender gemeinnütziger Tierorganisation PDSA. Dem tapferen Nager wurde eigens eine kleine Goldmedaille an einem blauen Band um den Hals gelegt.
Kambodscha zählt noch immer zu den am stärksten verminten Ländern der Welt. Die meisten Sprengkörper stammen aus der jahrelangen Schreckensherrschaft der Roten Khmer ab dem Jahr 1975.