
Ultrarechte Aktivistin Laura Loomer - Trumps Einflüsterin?
Nachdem US-Präsident Trump mehrere Mitglieder seines Teams gefeuert hatte, machte sofort das Gerücht die Runde, dass die ultrarechte Influencerin Laura Loomer dahinterstecke. Wer ist diese Frau?
"Laura, wie geht's dir? Du siehst wie immer großartig aus!" Bei einer Veranstaltung in seinem Luxusanwesen Mar-a-Lago hat US-Präsident Donald Trump die Influencerin unter seinen Gästen ausgemacht. Er begrüßt sie namentlich. Und schiebt eine Warnung nach: "Sie wollen nicht geloomert werden!", mahnt Trump in Anspielung auf Laura Loomers einflussreiche Internetaktivitäten. "Wenn Sie geloomert werden, dann stecken Sie in der Tinte!"
Vermutlich ist es das, was ihn zu der 31-jährigen Aktivistin aus Arizona zieht: Sie hat eine beachtliche Gefolgschaft im Netz - gerade weil sie, Trump nicht unähnlich, rhetorisch gerne über die Stränge schlägt. "Ich kontrolliere Laura nicht", sagte Trump ein anderes Mal - denn sie sei "ein Freigeist".
Als jetzt mehrere Mitglieder von Trumps Sicherheitsberater-Team im Weißen Haus, darunter der Chef des Geheimdienstes NSA, Timothy Haugh, entlassen wurden, machte in Washington das Gerücht die Runde, dass es Loomer gewesen sei, die Trump auf Illoyale in seinem Umfeld aufmerksam gemacht habe. Der Entlassung war ein Treffen vorausgegangen, an dem auch die Ultrarechte teilgenommen hatte.
Verschwörungstheoretikerin und Rassistin
Doch schon im Wahlkampf geriet Trump wegen seiner Nähe zu ihr in Erklärungsnöte. So hatte Loomer, die sich selber eine "stolze Islamophobin" nennt, die Terroranschläge vom 11. September 2001 einen "inside job" genannt, also die US-Regierung unter dem Republikaner George W. Bush dafür verantwortlich gemacht. Und das unmittelbar bevor sie mit Trump in dessen Privatflugzeug zu einer Gedenkveranstaltung für die Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon geflogen war.
"Angesichts von mehr als 2.000 Toten ist es beleidigend, von einem 'inside job' zu sprechen", kommentierte dies Karine Jean-Pierre, die Regierungssprecherin des damaligen US-Präsident Joe Biden.
Zudem hatte Laura Loomer im Wahlkampf vergangenes Jahr geätzt, das Weiße Haus werde bald "nach Curry stinken", wenn die Kandidatin der US-Demokraten, Kamala Harris, dort einziehe. Deren Mutter war Indien-stämmig. "Rassistisches Gift", nannte Jean-Pierre die Loomer-Bemerkung, "einfach nur hässlich".
Und auch Trumps Vize JD Vance, dessen Frau Usha ebenfalls Indien-stämmig ist, sah sich zur Distanzierung genötigt. "Laura Loomer ist in keiner Weise mit der Trump-Kampagne verbunden", so Vance. Er selber könne ein verdammt gutes Hühner-Curry zubereiten, aber im Wahlkampf sollte es nicht um Ernährungsgewohnheiten gehen.
Sorge selbst bei Trumps Republikanern
Worum genau es beim jüngsten Meinungsaustausch zwischen Trump und Loomer ging, ist nicht nach außen gedrungen: Aber das Gerücht, sie habe ihn auf illoyale Regierungsbeschäftige, wie den jetzt gefeuerten NSA-Chef Haugh, aufmerksam gemacht, hält sich hartnäckig.
Im republikanischen Lager wird das offenbar als so rufschädigend empfunden, dass sich sogar die Abgeordnete Marjorie Taylor Greene, selber keiner Provokation abgeneigt, distanzierte: "Loomers Wortwahl und der hasserfüllte Klang ihrer Bemerkungen machen mir Sorgen", so Taylor Greene.
Offenbar geht es auch republikanischen Wählern so: Gleich zweimal hat Laura Loomer für das US-Repräsentantenhaus kandidiert. Zweimal hat sie verloren.