
IWF und WTO zu US-Zöllen "Erhebliches Risiko für die globalen Aussichten"
Die US-Regierung hat ihre Handelspartner mit erheblichen Einfuhrzöllen belegt. Gerade in Zeiten einer eher stagnierenden Wirtschaft berge das Gefahren, warnen IWF und WTO.
Die umfassenden US-Zölle stellen ein erhebliches Risiko für die Weltwirtschaft dar. Davor warnt der Internationale Währungsfonds (IWF). Die geschäftsführende Direktorin der Organisation Kristalina Georgieva sagte dazu: "Wir sind noch dabei, die makroökonomischen Auswirkungen der angekündigten Zollmaßnahmen zu bewerten, aber sie stellen eindeutig ein erhebliches Risiko für die globalen Aussichten in einer Zeit schleppenden Wachstums dar".
Es sei wichtig, Schritte zu vermeiden, die der Weltwirtschaft weiter schaden könnten, so die IWF-Chefin. Sie appellierte an die USA und ihre Handelspartner, konstruktiv am Abbau der Spannungen zu arbeiten. Der IWF werde seine Einschätzung der angekündigten Zölle bei der Veröffentlichung einer Aktualisierung seines Weltwirtschaftsausblicks während der Tagung vom 21. bis 26. April in Washington bekannt geben, bei der die Mitglieder und Anteilseigner von IWF und Weltbank zusammenkommen, fügte Georgieva hinzu.
WTO-Regeln gelten weiter
Auch die Welthandelsorganisation (WTO) warnte vor den Gefahren. Sie fürchtet wegen der geplanten und bereits eingeführten US-Zölle einen Rückgang im weltweiten Warenhandel um ein Prozent. Das entspreche einer Korrektur der aktuellen Prognose um vier Prozentpunkte nach unten, teilte WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala in Genf mit. Sie äußerte sich tief besorgt. Die Situation könnte mit möglichen Vergeltungsmaßnahmen zu einem Zollkrieg eskalieren, der den Handel dann weiter beeinträchtige.
Okonjo-Iweala erinnerte daran, dass der Großteil des Welthandels weiter nach den ausgehandelten WTO-Regeln stattfinde. Dieser Handel mache rund 74 Prozent aus, nach 80 Prozent Anfang des Jahres - also vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump. "Handelsmaßnahmen dieser Größenordnung haben das Potenzial, zu erheblichen Umleitungen der Handelsströme zu führen", warnte sie zudem.
"Trump hat ein Verständnisproblem"
Die US-Zollmaßnahmen stoßen weltweit auf Unverständnis. "Trump hat ein Verständnisproblem. Seine Zollpolitik steht vollkommen im Kontrast zu volkswirtschaftlichen Annahmen und Prinzipien", sagte Moritz Krämer, Chefvolkswirt der Landesbank Baden Württemberg (LBBW) im Update Wirtschaft auf tagesschau24. Nur im Weißen Haus werde die These aufrechterhalten, dass die USA von den Zöllen profitierten.