
Krieg gegen die Ukraine ++ Selenskyj: Russland hat Feuerpause verletzt ++
Russland soll mit Beschuss von Energieobjekten in Cherson gegen die Vereinbarung mit den USA verstoßen haben. Verteidigungsminister Pistorius sieht keine Anzeichen dafür, dass Putin "Interesse an einer Waffenruhe oder gar Frieden" hat.
Die wichtigsten Entwicklungen:
- Selenkyj äußert sich zu Rohstoffabkommen mit USA
- Gericht erlaubt Rumänien Abschuss ausländischer Drohnen
- Ukraine wirft Russland Verstoß gegen Vereinbarung vor
- Macron kündigt französisch-britische Mission an
Ende des Liveblogs
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Putin lässt neues Atom-U-Boot zu Wasser
Russlands Präsident Wladimir Putin hat an der Zeremonie eines Stapellaufs für ein modernes Atom-U-Boot der russischen Marine teilgenommen. Per Videoschalte gab der Kremlchef den Befehl, das in einer Werft in Sewerodwinsk bei Murmansk gebaute Schiff zu Wasser zu lassen. "Wir werden auch weiter unsere Kriegsflotte stärken, darunter auch die strategische Komponente", sagte Putin bei der Veranstaltung. Das U-Boot mit dem Namen "Perm" soll mit Hyperschallraketen des Typs Zirkon ausgerüstet werden, die auch Atomsprengköpfe tragen können.
Mit der "Perm" werde bereits das fünfte Atom-U-Boot dieser Klasse zu Wasser gelassen, sagte Putin. Seinen Angaben nach ist die Indienststellung für 2026 geplant. Solche U-Boote dienten nicht nur dem Schutz der russischen Küste und des nördlichen Seewegs, der nördlich an Russland durch die Arktis führt, sondern könnten auch zur Lösung verschiedener Aufgaben in den Weltmeeren eingesetzt werden, sagte der Kremlchef.
Experte: "Müssen Bedrohung sehr ernst nehmen"
Der Experte für internationale Sicherheit, Nico Lange, schätzt die Bedrohung Europas durch Russland als sehr groß ein. "Im russischen Fernsehen wird von morgens bis abends darüber fantasiert, dass man London, Berlin und Paris dem Erdboden gleichmachen muss, und dass man einen Krieg gegen die NATO führt", so Lange im Interview mit Tagesschau24.
Es sei für die europäischen Staaten an der Zeit, gemeinsame Stärke zu beweisen, so der Experte weiter. Es funktioniere nicht mehr, sich auf die USA als Sicherheitsgeber zu verlassen. Jetzt gehe es um "richtiges, sicherheitspolitisches Handeln", so Lange - dies sei bisher immer die Schwäche Europas gewesen. Es müssten alle europäischen Staaten mit diesem Ziel zusammenarbeiten - darunter auch Länder wie das NATO-Mitglied Türkei, das mit seiner Lage am Schwarzen Meer eine wichtige Rolle spiele, so Lange weiter.
Selenskyj: Rohstoffabkommen mit USA ändert sich beständig
Die Bedingungen für das geplante Rohstoffabkommen zwischen den USA und der Ukraine ändern sich dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge beständig. Es sei noch sehr früh, um über ein Abkommen zu sprechen, dessen Fassung sich mehrfach geändert hat, sagte er in Paris.
Teams der Ukraine und der USA würden derzeit daran arbeiten. Die USA würden nun ein vollumfängliches Abkommen vorschlagen, das erfordere im Unterschied zum vorher angestrebten Rahmenvertrag ein detailliertes Studium.
Selenskyj wolle nicht, dass der Eindruck entstehe, die Ukraine sei gänzlich dagegen. Die Ukraine wolle keine Signale senden, um die USA dazu zu veranlassen, ihre Ukraine-Hilfe oder den Austausch von Geheimdienstinformationen zu stoppen. US-Präsident Donald Trump hatte sich Anfang der Woche zuversichtlich gezeigt, dass die Unterzeichnung eines Abkommens unmittelbar bevorstehe.
Putin will Zahl der Soldaten in der Arktis erhöhen
Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Stationierung weiterer Soldaten in der Arktis angekündigt. Er fordere die russische Regierung dazu auf, den Bau und die Renovierung von Garnisonsstädten in der Polarzone voranzutreiben, sagte der Kremlchef bei einem Arktisforum in Murmansk.
"Ich möchte betonen, dass dies natürlich mit der Verstärkung unserer militärischen Komponente in der Region zusammenhängt, die Zahl der Soldaten hier wird wachsen." Russland werde so seine Rechte auch gegenüber der NATO durchsetzen, betonte er. «Uns beunruhigt natürlich nur der Fakt, dass die Nato-Länder insgesamt den hohen Norden immer öfter als Brückenkopf möglicher Konflikte benennen und den Einsatz von Militär unter diesen Bedingungen proben», sagte Putin.
Dabei kämen auch Soldaten aus Finnland und Schweden zum Einsatz, "mit denen wir bis vor kurzem noch keine Probleme hatten". Finnen und Schweden waren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine aus Sorge um ihre Sicherheit der NATO beigetreten. Russland bedrohe niemanden, betonte Putin in Murmansk. Zugleich werde Moskau aber auch nicht zulassen, dass andere Länder die Souveränität und die nationalen Interessen Russlands bedrohten, sagte er.
Unter dem Eis der Arktis werden gewaltige Lagerstätten an Öl und Gas vermutet. Russland hat bereits Ansprüche auf große Gebiete angemeldet, die es als unterseeische Verlängerung seiner Küste ansieht. Zugleich sagte Putin, dass Russland offen für eine partnerschaftliche Erschließung der Rohstoffe auch mit westlichen Firmen sei.
Gericht: Rumänien darf ausländische Drohnen abschießen
Rumänien darf jetzt ausländische militärische Drohnen abschießen, die den Luftraum des Landes verletzen. Dies regelt ein neues Gesetz, das das Parlament mit Blick auf die Kampfhandlungen in der benachbarten Ukraine bereits Anfang des Monats beschlossen hatte. Nun hat das Verfassungsgericht dafür grünes Licht gegeben.
Geklagt hatten dagegen die drei extrem rechten Parlamentsparteien AUR, S.O.S. Romania und POT, denen Russlandfreundlichkeit vorgeworfen wird. Sie bemängelten unter anderem, dass bei derartigen Operationen ein "Autoritätstransfer" an ausländische Mächte erlaubt sei. Das Verfassungsgericht hat diese Klage nun zurückgewiesen.
Im NATO-Staat Rumänien beobachten die Armee des Landes sowie Kräfte der Bündnispartner insbesondere die Angriffe der russischen Armee auf Ziele in der Ukraine, die nahe an der Grenze liegen. Bereits mehrfach fielen seit Kriegsausbruch Trümmer russischer Drohnen in Grenznähe auf rumänisches Territorium.
Rumäniens Armeeführung hatte seit langem beklagt, dass der rechtliche Rahmen nicht dafür ausreiche, um diese Objekte auch in Friedenszeiten abschießen zu dürfen, sollten diese im rumänischen Luftraum auftauchen.
"Koalition der Willigen" bespricht sich in Paris
Bei einem weiteren Gipfeltreffen zur Unterstützung der Ukraine in Paris unter der Führung des französischen präsident Emmanuel Macron ging es auch um die Entsendung französischer und britischen Truppen in die Ukraine - doch dazu sind noch zahlreiche Fragen offen, merkt auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an.
Selenskyj: Seekorridor funktioniert ohne Russland
Von einer Waffenruhe im Schwarzen Meer profitiert nach Angaben Kiews vor allem Russland. Das sei das, was die Russen brauchen, weil sie dort Verluste erleiden, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. "Bei uns funktioniert der Seekorridor zur Lebensmittelsicherheit ohne die Russen - bereits seit langem", so Selenskyj in Paris.
Zugleich erneuerte er seine Bereitschaft zu Gesprächen über eine allgemeine Waffenruhe ohne Vorbedingungen, vor allem bei Energieanlagen, Infrastruktur und zur See. Doch die Russen hätten erneut einige Absprachen geändert und forderten von den Amerikanern die Aufhebung von Sanktionen, klagte Selenskyj.
Baerbock: Echter Frieden nicht durch Kapitulation
Die geschäftsführende Außenministerin Annalena Baerbock ist strikt gegen die Aufhebung von Sanktionen gegen Russland ohne vorherige Friedensregelung für die Ukraine. "Wer die Ukraine zum Nachgeben drängt, verhandelt nicht Frieden, sondern die nächste Eskalation", sagte die Grünen-Politikerin bei einem Treffen mit ihrem estnischen Kollegen Margus Tsahkna in Berlin, ohne die US-Regierung von Präsident Donald Trump zu nennen.
Baerbock ergänzte: "Ein echter Frieden entsteht nicht durch Kapitulation." Ein Waffenstillstand in der vor drei Jahren von Russland angegriffenen Ukraine zu den Bedingungen von Präsident Wladimir Putin "wäre kein Ende des Krieges, sondern ein Auftakt zur nächsten Offensive", warnte Baerbock. Sie betonte: "Ohne Frieden wird es kein Ende der europäischen Sanktionen geben."
Die Antwort auf Putins Krieg sei "Frieden durch Stärke, Frieden durch europäische Geschlossenheit und Entschlossenheit". Die Vorschläge der EU-Kommission für eine europäische Verteidigungsindustrie seien hier ein wichtiges Signal. "Die europäische Verteidigungsunion ist keine Frage des Ob, sondern des Wann."
Selenskyj: Russland verstößt gegen Vereinbarung mit USA
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft Russland eine Verletzung der Feuerpause vor und fordert von den USA Konsequenzen. Das russische Militär habe im Tagesverlauf mit Artillerie die Stadt Cherson beschossen und dabei auch ein Energieobjekt beschädigt, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Paris.
"Ich bin der Meinung, dass die USA reagieren sollten, mit Taten." Die Ukraine habe den Verstoß festgehalten, so Selenskyj. Alle Beweise für den Angriff würden vorbereitet und an die US-Regierung übergeben. "Und danach warten wir auf Amerikas Antwort, da sie uns gesagt haben, dass sie auf Verstöße reagieren würden."
Eine Stellungnahme der USA oder Russlands liegt zunächst nicht vor. Die Regierungen in Moskau und Kiew haben den USA zugesagt, zunächst keine Angriffe mehr auf Energieanlagen zu unternehmen.
Zuvor hatte es von der ukrainischen Regierung geheißen, es habe zwei Tage lang keine Angriffe auf die Energieinfrastruktur gegeben. Russland wiederum hatte die Ukraine eines entsprechenden Angriffs bezichtigt.
Ukraine: Seit zwei Tagen keine Angriffe auf Infrastruktur mehr
Die Ukraine und Russland haben offenbar seit dem 25. März nicht mehr Infrastruktur der anderen Seite angegriffen; das erklärte ein Sprecher des ukrainischen Außenministeriums.
Vor zwei Tagen hatten die USA Vereinbarungen mit Russland und der Ukraine u.a. über den Verzicht von Angriffen auf Infrastruktur erzielt.
Dauerhafte Bedrohung für Europa
BND und Bundeswehr warnen so deutlich wie selten zuvor vor der Gefahr eines russischen Angriffs auf NATO-Territorium. Weshalb die Alarmstimmung? Lageanalysen verschiedener Geheimdienste, die WDR, NDR und SZ auswerten konnten, liefern Einblicke.
Russland meldet Rekordniveau bei Seetransport über arktische Route
Der Seetransport über die arktische Route entlang der nördlichen Küsten Russlands hat nach russischen Angaben im vergangenen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. 38 Millionen Tonnen an Gütern seien dort im vergangenen Jahr verschifft worden, sagte der Chef der russischen Atombehörde Rosatom, Alexej Lichatschew, beim russischen Arktis-Forum in Murmansk. Rosatom betreibt eine Flotte von acht atombetriebenen Eisbrechern, um den sogenannten Nördlichen Seeweg befahrbar zu machen.
Macron kündigt französisch-britische Mission an
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat eine französische-britische Mission in der Ukraine angekündigt. Ziel sei es, "dass die französisch-britischen Einheiten in den kommenden Tagen in die Ukraine geschickt werden können, um dort eng mit den ukrainischen Partnern zusammenzuarbeiten", sagte Macron in Paris. Er selber und der britische Premierminister Keir Starmer wollten den Generalstabschefs beider Länder einen entsprechenden Auftrag erteilen, sagte er.
Scholz bei Friedenstruppe weiter zurückhaltend
Der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich erneut zurückhaltend zu einer deutschen Beteiligung an einer möglichen Friedenstruppe in der Ukraine geäußert. Nach einem Gipfeltreffen von 31 Ländern in Paris verwies er darauf, dass zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch nicht klar sei, ob und in welcher Form es eine solche Friedenstruppe geben werde. "Insofern konzentrieren wir uns auf das, was jetzt naheliegend ist."
Dazu zählte Scholz die weitere Stärkung der ukrainischen Streitkräfte. "Deutschland ist dort in den letzten Jahren führend gewesen in Europa und wird es auch bleiben."
Scholz lehnt Lockerung von Russland-Sanktionen ab
Bundeskanzler Olaf Scholz lehnt eine Lockerung von Sanktionen gegen Russland kategorisch ab. "Das macht gar keinen Sinn, die Sanktionen zu beenden, solange der Frieden nicht erreicht ist", sagt Scholz nach Abschluss des Gipfeltreffens der "Koalition der Willigen" in Paris. Hier müssten die USA und Europa wie sonst auch "gemeinsam einen klaren Standpunkt vertreten". Zugleich betont der Kanzler, die USA müssten bei allem, was in Europa verabredet werde, an Bord sein.
Ukraine: Russische Truppen verstärken Angriffe im Nordosten
Die russischen Streitkräfte verstärken nach ukrainischen Angaben ihre Angriffe entlang der nordöstlichen Grenze. Ziel sei es, in die Region Sumy einzudringen, sagt der oberste General der Ukraine, Oleksandr Syrskyj, bei einem Besuch von Einheiten in der Region. "Unsere Soldaten führen weiterhin eine Verteidigungsoperation durch, um zu verhindern, dass der Feind tief in ukrainisches Gebiet eindringt", fügt er auf Facebook hinzu.
Sumy grenzt an die russische Region Kursk. Dort wurden die ukrainischen Truppen fast vollständig aus dem russischen Gebiet vertrieben, das sie bei einer grenzüberschreitenden Offensive im August erobert hatten.

Karte der Ukraine und Russlands, hell schraffiert: von Russland besetzte Gebiete
Frankreich sagt Ukraine weitere Hilfen zu
Frankreich hat der Ukraine beim Gipfeltreffen der "Koalition der Willigen" in Paris militärische Hilfen in Höhe von weiteren zwei Milliarden Euro zugesagt. Rund 30 Staats- und Regierungschefs berieten mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj darüber, wie Kiews Position gestärkt und welche Rolle die Verbündeten bei einem möglichen Friedensabkommen mit Russland spielen könnten. Es ist bereits der dritte Gipfel der von Frankreich und Großbritannien geschmiedeten Koalition.
Russischer Geheimdienstchef wirft EU Nazi-Propaganda vor
Der Chef des Moskauer Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, hat die Warnungen der EU vor einer "russischen Bedrohung" als Angstmache in der europäischen Bevölkerung wie zu Nazi-Zeiten kritisiert. Die EU-Kommission verbreite gezielt "Gehirnwäsche" mit russlandfeindlichen Narrativen wie einst Reichspropagandaminister Joseph Goebbels, hieß es in einer Mitteilung Naryschkins. "Die europäische Bevölkerung soll von einer von Russland ausgehenden 'existenziellen Gefahr' überzeugt werden, die angeblich nur durch die Zerstörung der russischen Staatlichkeit abgewendet werden kann."
Die EU warnt mit Blick auf Moskaus Überfall auf die Ukraine immer wieder vor Russland als Gefahr für die Sicherheit in Europa und will deshalb ihre eigene Verteidigungskraft stärken. Von einer geplanten Zerstörung Russlands ist keine Rede. Kremlchef Wladimir Putin hat immer wieder Befürchtungen im Westen zurückgewiesen, dass Russland ein NATO-Mitgliedsland überfallen könnte. Zugleich beklagt Moskau eine Militarisierung Europas hin zu einer Kriegstüchtigkeit. Dabei hat Russland selbst seine Kriegswirtschaft hochgefahren, um, wie auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow einmal sagte, in zehn Jahren für einen möglichen Krieg mit der NATO gerüstet zu sein.
Russland wirft Ukraine Angriff auf Energieanlagen vor
Das russische Verteidigungsministerium hat die Ukraine beschuldigt, in den vergangenen 24 Stunden russische Energieanlagen angegriffen zu haben, obwohl ein Moratorium für gegenseitige Angriffe auf die Energieinfrastruktur der anderen Seite besteht. Das Ministerium erklärte, ein Umspannwerk in der Region Brjansk sei angegriffen worden.
Außerdem habe das Militär eine Drohne abgeschossen, die auf den unterirdischen Glebowskoje-Gasspeicher auf der Krim abzielte, die Russland 2014 von der Ukraine annektiert hatte. Zuvor hatte ein ukrainischer Regierungsvertreter gesagt, es habe in den letzten zwei Tagen keine Angriffe auf Energieanlagen gegeben.
Macron telefoniert mit Trump
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat vor dem Gipfeltreffen der "Koalition der Willigen" in Paris mit US-Präsident Donald Trump gesprochen. Das teilte der Elysée-Palast mit.
Pistorius: Putin zeigt kein Interesse an echter Waffenruhe
Der geschäftsführende Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht keine Anzeichen für einen Kurswechsel von Kremlchef Wladimir Putin. Die gemeinsame Unterstützung der Europäer sei für die Ukraine deswegen unverzichtbar, sagte der SPD-Politiker in Berlin bei der Konferenz "Europe 2025" von Zeit, Handelsblatt, Tagesspiegel und Wirtschaftswoche.
"Putin zeigt weiterhin kein wirkliches Interesse an einer Waffenruhe oder gar Frieden", sagte Pistorius. Zu einem gerechten und dauerhaften Frieden gehörten die Unabhängigkeit der Ukraine, ihre Souveränität und territoriale Integrität. Pistorius betonte, dass die Europäer militärisch nun schneller vorankommen müssten. Er verstehe diejenigen, die fragten, wie viele Weckrufe denn noch nötig seien. Die europäischen Partner hätten weiter mit militärischer Schwäche, Strukturen der Tatenlosigkeit sowie Zögerlichkeit zu ringen und vertrauten auf die USA.
EU-Spitzen fordern Druck auf Russland durch Sanktionen
Die EU-Spitzen haben beim Treffen der "Koalition der Willigen" ihre Unterstützung für die Ukraine und für Sanktionen gegen Russland bekräftigt. "Wir müssen den Druck auf Russland durch Sanktionen aufrechterhalten", erklärte EU-Ratspräsident António Costa im Onlinedienst X. Costa nahm in Paris an Beratungen zahlreicher Staats- und Regierungschefs über die weitere Unterstützung der Ukraine teil.
"Die beste Art und Weise, die Ukraine zu unterstützen, ist es, unser Ziel eines gerechten und dauerhaften Friedens konsequent zu verfolgen", schrieb Costa.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der ebenfalls an dem Treffen teilnahm, hat Europa aufgefordert, seine Verteidigungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. "Europa kann sich selbst verteidigen. Wir müssen es beweisen", erklärte er in Onlinenetzwerken
Offenbar keine Angriffe auf Energieanlagen
Die Ukraine und Russland haben nach Angaben Kiews seit zwei Tagen keine Angriffe auf Energieanlagen im jeweils anderen Land ausgeführt. Seit dem 25. März haben es "keine direkten russischen Angriffe auf den Energiesektor" in der Ukraine gegeben, sagte ein ranghoher ukrainischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Auch die Ukraine habe seitdem auf entsprechende Angriffe verzichtet.
Russlands neuer Botschafter fordert Sanktionsabbau
Russlands neuer Botschafter in den USA, Alexander Dartschijew, hat sich nach Ankunft in Washington hoffnungsfroh für einen Neustart in den Beziehungen gezeigt. Die praktische Arbeit zwischen Russland und den USA beim Wiederaufbau der Kontakte habe ein "gutes Tempo" erreicht, meinte der 64-Jährige. "Aber es braucht mehr Anstrengungen", sagte er laut einer Mitteilung der russischen Botschaft bei Telegram.
Als Beispiel nannte der Diplomat einen Abbau der Sanktionen gegen Russland. Konkret sprach Dartschijew Visaerleichterungen für Reisen von Bürgern und eine Wiederaufnahme des Flugverkehrs zwischen den beiden Ländern an. Die gegenseitige Luftraumsperrung ist eine der Sanktionen, die im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine eingeführt wurden.
Russland: Pläne für eine "militärische Intervention"
Russland wirft Frankreich und Großbritannien vor, unter dem Deckmantel eines Friedenseinsatzes Pläne für eine "militärische Intervention in der Ukraine" zu schmieden. Eine solche Intervention könnte zu einer direkten militärischen Auseinandersetzung zwischen Russland und der NATO führen, sagte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, vor Reportern. Russland hat wiederholt von Großbritannien und Frankreich unterstützte Pläne für internationale Truppen zur Absicherung einer Waffenruhe in der Ukraine abgelehnt.
Starmer wirft Putin "leere Versprechen" vor
Der britische Premier Keir Starmer hat die Äußerungen von Kreml-Chef Wladimir Putin hinsichtlich einer Waffenruhe in der Ukraine als "leere Versprechen" bezeichnet. Anders als der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj habe Putin gezeigt, "dass er kein ernstzunehmender Akteur in diesen Friedensgesprächen ist", sagte Starmer vor einem Treffen der "Koalition der Willigen" in Paris. Putin spiele mit Blick auf die vereinbarte Waffenruhe im Schwarzen Meer "Spielchen".
Russischer Drohnenangriff nur zum Teil abgewehrt
Die Ukraine hat einen russischen Drohnenangriff in der Nacht nur teilweise abwehren können. Die ukrainische Luftwaffe teilte am Morgen in Kiew mit, von 86 georteten russischen Kampfdrohnen seien 42 abgeschossen worden. Weitere 26 Drohnenattrappen ohne Sprengstoff seien niedergegangen, ohne Schaden anzurichten. Einschläge habe es aber in den Gebieten Charkiw, Sumy, Tschernihiw und Dnipropetrowsk gegeben.
Russland spricht wieder von "bilateralen Beziehungen"
Der neue russische Botschafter in den USA hat angekündigt, sich für eine Normalisierung der bilateralen Beziehungen einzusetzen. Es freue ihn, dass "mein Aufenthalt in den Vereinigten Staaten als Botschafter Russlands unter Bedingungen beginnt, da sich ein Fenster der Gelegenheiten in unseren bilateralen Beziehungen geöffnet hat", sagte Alexander Dartschiew nach seiner Landung am Mittwoch in Washington vor Journalisten, wie die amtliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete.
Es seien aber "noch größere Anstrengungen" nötig, um Ordnung in das "toxische Erbe" zu bringen, für das Trumps Vorgänger Joe Biden verantwortlich sei. Dartschiew betonte, dass die Beziehungen zwischen Russland und den USA unter der Regierung von Biden "kurz vor einem Bruch" gestanden hätten.
"Koalition der Willigen" berät in Paris
Zu einem Gipfeltreffen zur Unterstützung der Ukraine werden heute in Paris Spitzenvertreter aus 31 Ländern erwartet. Bei den Beratungen der sogenannten Koalition der Willigen soll es um Sicherheitsgarantien für den Fall einer Waffenruhe zwischen Kiew und Moskau gehen, teilte der Élysée-Palast mit. Festgezurrt werden soll ein mehrschichtiges Konzept militärischer Garantien und Hilfen für die Ukraine, das unter Federführung von Frankreich und Großbritannien erarbeitet wird.
Für Deutschland reist der geschäftsführende Bundeskanzler Olaf Scholz an. Erwartet werden auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich bereits am Vorabend mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beriet.
Selenskyj: USA bleiben wichtiger Partner Kiews
Trotz einiger Dissonanzen zwischen Washington und Kiew sieht der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die USA weiterhin als wichtigen Partner seines Landes. "Wenn Amerika stark bleibt und nicht nachgibt, werden wir unsere Position auch halten", sagte er zum Stand der aktuellen Friedensbemühungen im Ukraine-Krieg in Paris in einem Interview verschiedener europäischer Medien, darunter der ARD. "Es ist wichtig, dass auch unsere Partner stark bleiben."
Allerdings kritisierte Selenskyj die US-Politik mit Blick auf die Vermittlungsbemühungen. Die USA seien stark von der russischen Propaganda beeinflusst. Unter anderem würden in Washington russische Narrative wiederholt. "Das wird uns dem Frieden nicht näher bringen, es wird den Druck der USA auf Russland sogar schwächen", sagte Selenskyj.
Offenbar weitere 3.000 Soldaten aus Nordkorea nach Russland entsandt
Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben in diesem Jahr weitere 3.000 Soldaten nach Russland entsandt. Schätzungsweise seien zwischen Januar und Februar "weitere 3.000 Soldaten als Verstärkung entsandt" worden, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Von den ursprünglich 11.000 nach Russland entsandten nordkoreanischen Soldaten wurden demnach vermutlich 4.000 getötet oder verwundet.
Zudem liefere Pjöngjang Moskau auch weiterhin Raketen, Artillerie und Munition für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Bisher sei festgestellt worden, dass Nordkorea Russland "eine beträchtliche Menge an ballistischen Kurzstreckenraketen" sowie Panzerfäuste und Mehrfachraketenwerfer zur Verfügung gestellt habe. Je nach weiterer Entwicklung an der Front könne sich diese Anzahl aber noch erhöhen, warnte der Generalstab.
Der Liveblog vom Mittwoch zum Nachlesen
In der ostukrainischen Region Charkiw sind mindestens 15 Menschen durch schweren russischen Drohnenbeschuss verletzt worden. Frankreich hat weitere Militärhilfen für Kiew angekündigt.